Maifeiern – Mystisches

Mit „Die Maiburg“ bezeichnet man heute im engeren Sinn die Staatsforsten südlich von Bippen.
Im weiteren Sinn ist darunter der zentrale, höhere Teil des Bippener – Ankumer Höhenzugs zu verstehen.

So gibt es verschiedene Erklärungen wie der Name Maiburg entstanden sein könnte:
Da eine Burg historisch nicht belegt ist, kann die Namensgebung nicht auf ein Gebäude zurückzuführen sein. Manche glauben der Name Maiburg ginge wohl auf einen Übertragungsfehler von Kartographen zurück. Gemeint sei eigentlich der Maiberg, den wir nur als „Die Maibäg“ kennen.

Eine weitere Theorie besagt das der Name auf die sogenannte altgermanischen Maifeiern zurückzuführen sei, die auf dem Berg stattfanden.
Die Erinnerungen an die historischen Maifeiern an diesem Ort sind über 1000 Jahre im Volk wach geblieben.

Das wird unter anderem durch folgende Geschichte bezeugt:

„ Im 18. Jahrhundert ist ein mutiger Mann aus Fürstenau am 30.April spät abends von Bippen aus über den Hofdienerweg heimgekehrt. Sein Weg führte scharf am Quallenberg vorbei. Hier in der einsamen dunklen Wildnis fielen ihm wohl die vielen Schauergeschichten ein, die in dieser verrufenen Gegend um Mitternacht passieren konnten. Sein Mut ist dabei sicher gesunken. Jedes kleinste Geräusch erregte seinen Verdacht. Im Nebel sah er verdächtiges. Da schlug die Turmuhr von Bippen herüber: Mitternacht. Die Geisterstunde war angebrochen und das in der Walpurgisnacht und er war grade am verrufenen Quallenberg. Auf dem Berg sah er zunächst bläuliche Lichter umher huschen. Dann hörte er Musik, Gesang, Rufen und Jauchzen. Er kam näher heran und schaute hinter einem Buschwerk versteckt zu. Da lagerten alte und junge Hexen um ein Feuer. Einige umtanzten das Feuer und jauchzten dabei. In einem großen Kessel brodelte es dunkel. Die Hexen entnahmen ihm Fleisch am Knochen und nagten daran. Eine holte sich einen ganzen Pferdefuß daraus. Der Teufel war auch dabei, stets von einem Schwarm Hexen umbuhlt. Er tanzte mit dieser und jener und trieb allerhand Possen mit ihnen. Die einen sprangen vom Lager auf und mischten sich darunter, andere ließen sich ermüdet am Lager nieder, ein einziges verwirrendes Schauspiel. Dann tönte es dumpf von Bippen 1 Uhr herüber. Im gleichen Moment war alles verstummt und das Feuer erloschen. Der Teufel verwandelte sich in einen schwarzen Ziegenbock mit langen scharfen Hörnern und fuhr mit Donnergetöse Blitz- und Schwefelgestank in die Luft. Ihm folgten die Hexen, die nach allen Seiten auseinander liefen & flogen.

Solche Geschichten sind bis heute lebendig. Die Tradition der altgermanischen Maifeste und deren Mythologie blieb auch erhalten als sie während der Bekehrungszeit verteufelt wurden.

Neben der Maiburg weist die Gegend noch viele weitere Kultstätten & Sagen auf wie, wie z.B. „Holenkerl“, Hekeser Hünengrab, Teufelsstein, die Hexentreppe, der Hexentanzplatz der Deuvelstain von Restrup oder Näpfchenstein.
Deren Bedeutung als Kultstätte kann man in der Lektüre „Geschichte Bippens“ von Prof. Dr. Eberhard Ostendorff nachlesen.
Da die Maiburg ein Sagenumwobenes Gebiet ist, welche mit Hexen, Hexensabbat, Hexentanzplatz, Hexentreppe, Teufel etc. in Verbindung steht, ist der Name „Maiburger Hexenmarkt“ abgeleitet.